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Special: Berufe in der Luftfahrt

- Arbeitsplatz über den Wolken
- EADS sucht Ingenieure
- TRAINICO: Gute Chancen
- Frauen auf dem Vormarsch
- Start für Nachwuchskräfte
- "Ein Hauptgewinn"
- Military Liaison Officer

Arbeitsplatz über den Wolken: Air Berlin stellt ein

Premiere: Die ersten von Air Berlin nach dem neuen Standard Multi-Crew Pilot Licence (MPL) ausgebildeten Piloten
Die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands ist auf Wachstumskurs. 2010 sollen die Flugleistungen um vier bis fünf Prozent wachsen. Im Fokus stehen der Europa-Verkehr sowie zusätzliche Umsteigeverkehre von Skandinavien nach Mittel- und Südeuropa, die verstärkt werden sollen. Dies und die „regulären Personalschwankungen“ führten zu dem aktuellen Personalbedarf von Air Berlin, erläutert Presserefenrentin Nadine Bernhardt. Bewerberinnen und Bewerber als Flugbegleiter sollten über eine abgeschlossene Berufsausbildung, bevorzugt in der Dienstleistungsbranche verfügen, und über sehr gute deutsche und englische Sprachkenntnisse. Sie sollten mobil und flexibel sein und Spaß an der Gastgeberrolle haben.

Air Berlin schult wieder Verkehrspiloten
Die Flugschule der Air Berlin bietet auch 2010 wieder Pilotenschulungen an, für die sich Interessierte ab sofort bewerben können. Der erste Kurs hat am 22. Februar 2010 begonnen, der zweite beginnt am 28. Juni 2010. Auch für 2011 und 2012 sind jeweils zwei Kurse geplant, deren Starttermine noch bekannt gegeben werden. Die Teilnehmerzahl pro Kurs ist auf 15 Schüler begrenzt. Voraussetzungen für die Schulung zum Verkehrspiloten sind neben der medizinischen Flugtauglichkeit unter anderem Hochschul- bzw. Fachhochschulreife, sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse, der Führerschein Klasse B und ein uneingeschränkter Reisepass. Bewerber sollten bei Schulungsbeginn mindestens 19 Jahre alt sein und das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. „Das Auswahlverfahren für die sogenannte ab-initio-Pilotenschulung, also die Ausbildung ohne Vorkenntnisse, dauert zwei Tage und wird von der Firma Interpersonal in Hamburg durchgeführt“, berichtet Nadine Bernhardt. Die Schulungskosten betragen 60 000 Euro. Die Bewerbung für die Pilotenschulung erfolgt ausschließlich über das Online-Bewerbungsformular und ist jederzeit möglich.

Erste Flugschüler mit neuer Pilotenlizenz
Die 2007 gegründete Air Berlin Flightschool bietet als eine der ersten Flugschulen Ausbildung nach einem neuen Standard an. Vor einem Jahr erhielt sie als erste Flugschule Deutschlands vom Luftfahrtbundesamt die Ausbildungsgenehmigung für die Multi-Crew Pilot Licence. „Die Multi-Crew Pilot Licence ist, wie der Name schon sagt, speziell für den Einsatz in Zwei-Mann-Cockpits zugeschnitten. Angehende Piloten werden von Anfang an für ihre Aufgaben im Cockpit eines modernen Verkehrsflugzeugs trainiert“, erläutert Nadine Bernhardt. So werde während der Ausbildung unter anderem besonderes Augenmerk auf das Teamwork und die Bewältigung von Fehlern und Bedrohungen, das sogenannte Threat and Error Management, in einem Mehr-Mann-Cockpit gelegt. Die MPL entspricht weitestgehend der Berufspilotenlizenz CPL(IR), berechtigt also zum Einsatz als Erster Offizier in einem Verkehrsflugzeug. Die theoretische Ausbildung ist identisch, bei der praktischen Ausbildung werden einige Ausbildungsinhalte zu einem früheren Zeitpunkt in den Simulator verlegt. Mit der Multi-Crew Pilote Licence darf aber ausschließlich im Zwei-Mann-Cockpit geflogen werden; um beruflich Single Pilot in Command (also z.B alleine ein kleineres Geschäftsflugzeug) zu fliegen wird ein sogenannter Bridge Course vonnöten sein. Als erste Flugschüler in Deutschland hatten im November 2009 Andreas Bellé, Felix Laaß, Lorenz Krimmel und Leo Wiegand ihre Pilotenlizenzen nach dem neuen internationalen Standard der Multi-Crew Pilot Licence (MPL) erhalten. Sie fliegen nun als Copilot bei der Air Berlin
Rainer Schmid


EADS sucht Ingenieure. Mit dem Flight Book auf Nachwuchswerbung

Jean Botti mit Schülerinnen und Schülern des Münchner Max-Planck-Gymnasiums bei der Übergabe des Flight Books
Das von der EADS-Stiftung herausgegebene „Flight Book“ mit dem Untertitel „Faszination Luft- und Raumfahrt“ ist in drei Sprachen erschienen und richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Auf verständliche, aber anspruchsvolle Art und Weise wird – ergänzt durch zahlreiche Fotos und Schaubilder – unter anderem erläutert, wie Start und Landung eines Flugzeuges vor sich gehen, ein Hubschrauber gesteuert wird und was Astronauten im Weltraum erforschen. Eine beiliegende DVD liefert in Filmen und Fotos Einblicke in den Konzern.
Jean Botti, EADS-Technologievorstand und Präsident der Stiftung, verwies auf den mangelnden Ingenieursnachwuchs, unter dem die Industrie weltweit leidet. „Eine Karriere als Manager oder Jurist erscheint vielen attraktiver. Dabei kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Es ist wunderbar, als Ingenieur daran mitzuhelfen, dass die Technik der Zukunft dem Menschen nutzt und dabei auch immer umweltfreundlicher wird.“ Ungeachtet der Wirtschaftskrise bleibt die Luft- und Raumfahrtindustrie eine Wachstumsbranche, betont der EADS-Leiter Personalstrategie, Thorsten Möllmann. Neben hochqualifizierten Ingenieuren sind hier auch Wirtschaftswissenschaftler und Juristen gefragt. Nachwuchskräfte haben gute Chancen, wenn sie Ingenieur- oder Naturwissenschaften studiert und beispielsweise einen Abschluss in Maschinenbau, Elektronik, Elektrotechnik, Informatik oder als Luft- und Raumfahrtingenieur haben. Kommunikationsfähigkeiten, Teamwork-Bereitschaft und fließende englische Sprachkenntnisse gehören zu den Voraussetzungen. Zu den Einstiegsmöglichkeiten gehört das PROGRESS-Programm (PROfessional and Graduate Entry Support Scheme), das qualifizierten Hochschulabsolventen und Young Profes-sionals eine zweijährige, entweder technisch- oder supportorientierte Ausbildung in zwei verschiedenen EADS-Bereichen bietet. Weitere Infos über Karrieremöglichkeiten gibt es auf der Website www.eads.net.
R.D.

TRAINICO: Trotz Krise gute Chancen
165 Absolventen hat das Ausbildungsunternehmen TRAINICO Ende Januar nach erfolgreicher Umschulung die Abschlusszeugnisse überreicht. Die Vermittlungsquote in eine anschließende Festanstellung ist trotz Konjunkturkrise groß, betont Geschäftsführer Rainer Schillo. Die Kursteilnehmer waren zuvor arbeitslos und brachten die unterschiedlichsten beruflichen und persönlichen Voraussetzungen mit. Als Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme, Fluggerätmechaniker/Instandhaltung, Luftverkehrskauffrau/-mann oder Servicekauffrau/-mann im Luftverkehr werden die meisten von ihnen in den nächsten Monaten bei den verschiedensten Luftfahrtunternehmen in ganz Deutschland eine Arbeit aufnehmen. Selbst Umschüler im Alter von mehr als 50 Jahren gehören zu den erfolgreichen Absolventen mit sehr gutem Abschluss und sind als qualifizierte Berufseinsteiger in der Luftfahrtbranche vermittelbar. TRAINICO ist eine Tochtergesellschaft von Lufthansa Technical Training und verfügt neben dem Hauptsitz im Schönefelder Trainingszentrum der Fluggesellschaft über Dependancen am Flughafen selbst sowie in Wildau. Neben Umschulungsmöglichkeiten bietet das Unternehmen auch zahlreiche Fortbildungsseminare für Mitarbeiter, die bereits in den Bereichen Groundhandling oder Maintenance tätig sind. In den vergangenen 15 Jahren nutzten rund 19 000 Teilnehmer die Kursangebote. Doch nicht nur in der Hauptstadtregion ist TRAINICO aktiv. Auch Vor-Ort-Schulungen werden angeboten. So ist das Unternehmen Trainingspartner für den DHL-Hub am Flughafen Leipzig/Halle und im Rahmen von „Train-the-Trainer-Kursen“ wurden im nigerianischen Lagos Mitarbeiter der Arik Air zu Ausbildern in den Bereichen Ground- und Passenger-Handling geschult.
R.D.


Start für Nachwuchskräfte. Projekteinsätze im In- und Ausland

In einer 18-monatigen Ausbildung können sich engagierte Hochschulabsolventen fit machen für eine Karriere bei Lufthansa-Technik
Jeweils bis zu zehn besonders engagierten Hochschulabsolventen der Fachrichtungen Ingenieurswesen, Wirtschaftsingenieurswesen, Wirtschaftswissenschaften und Informatik können an den 18-monatigen Programmen teilnehmen. Nach einer Einführungsphase absolvieren sie vier Projekteinsätze in verschiedenen Unternehmensbereichen, einen davon im Ausland. Dabei werden ihnen verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, bei deren Bewältigung ihnen ein persönlicher Mentor zur Seite steht. „Mit StartTechnik richten wir uns an leistungsorientierte Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, die ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben und internationale Arbeitserfahrung suchen“, so Peter Schürholz, Leiter Personalrekrutierung der Lufthansa Technik. Seit April 2008 wurden 33 Trainees in das Programm aufgenommen. Die ersten von ihnen haben „StartTechnik“ bereits erfolgreich beendet und verantwortliche Posten bei Lufthansa Technik übernommen. „Wir sind stolz darauf, dass sich alle bisherigen Absolventen erfolgreich in Ingenieurs-, Referenten- oder Teamleiter-Positionen etablieren konnten“, sagt Schürholz. Neben Begeisterung für das Unternehmen und seine Produkte sind sehr gute Englisch-Kenntnisse sowie nach Möglichkeit eine zweite Fremdsprache sowie die Bereitschaft, sich auf Menschen aus unterschiedlichen Kulturen einzustellen, Voraussetzung. Interessenten können sich im Internet unter www.be-lufthansa.com bewerben.
R.D.

„Ein Hauptgewinn!“ Weiterbildung zum Technischen Redakteur
Auch die Firma DAUtec aus Hamburg traf die Krise. Das kleine Unternehmen untersucht Systeme und Bauteile auf ihre Tauglichkeit für die Verwendung in Flugzeugen, berät Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie in der Steuerung von Qualifikationsprozessen, stellt Kontakte zu Laboren her und betreut Tests. Als infolge der Branchenflaute die Aufträge knapper wurden, nutzten die Mitarbeiter die Kurzarbeit, sich zu qualifizieren. Wie Bettina Schilski. Die 46-jährige Maschinentechnikern bildete sich in dem Bereich weiter, von dem sie Zeit ihres Ausbildungs- und Berufslebens geträumt hatte, in der Technischen Dokumentation. „Die Welt der Technik hatte mich schon immer fasziniert“, schwärmt sie. „Aber weder meine Ausbildung zur technischen Zeichnerin direkt nach dem Abitur, noch die zehn Semester Maschinenbau oder die anschließende Technikerausbildung haben mich richtig erfüllt. Leider gab es wenig Alternativen. Das Berufsbild des technischen Redakteurs, mit dem ich mich sofort identifiziert hätte, gab es damals noch nicht.“
Um ihr Potenzial aber vollkommen auszuschöpfen, fehlte ihr noch das nötige Fachwissen – über Flugzeuge im Allgemeinen und Speziellen, über Bewertungen von Tests sowie die Erstellung von Dokumentationen. Wieso fliegt ein Flugzeug überhaupt? Was ist Avionik? Wozu sind Dekompressions-Tests gut? All das und vieles mehr hat Bettina Schilski innerhalb von sechs Monaten bei der Technischen Fachschule Heinze gelernt, die gemeinsam mit dem Personaldienstleister HIT die bundesweit einmalige Ausbildung zum Technical Publications Editor (Aviation) anbietet. „Wenn mein Chef jetzt vom Primary Flight Display spricht, weiß ich endlich, was er meint“, sagt Bettina Schilski nicht ohne Stolz. Hans-Jörg Dau wappnet seine Firma bereits für den „Take-off“. Denn mit der neuen Kompetenz von Bettina Schilski kann DAUtec voll durchstarten.
Ihre Qualifizierung durch den Personaldienstleister HIT und die neuen Kontakte, die sie in der Weiterbildung während eines vierwöchigen Praktikums in einer Fremdfirma knüpfen konnte, zahlen sich für das Unternehmen aus – in Form von neuen Kunden. Darüber hinaus zeichnen sich Themen ab, für die Bettina Schilski bestens qualifiziert ist. Ihr Abschluss ist für DAUtec eine Punktlandung. „Wir sind durch das Tal durchgekommen. Der Aufschwung ist da“, freut sich Firmenchef Hans-Jörg Dau. „Frau Schilski ist mit ihrem Fachwissen ein Hauptgewinn!“


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