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Blutige Weihnachten – Die Rumänische Revolution 1989

(Tom Cooper / Adrian Roman) Zwischen dem 16. und 26. Dezember 1989 fand in Rumänien ein kurzer und blutiger Bürgerkrieg statt, der mit dem Sturz des Regimes Ceauçescu endete. Bis heute wollen Spekulationen über eine aktive Einmischung von außen nicht verstummen. Zwar fehlen eindeutige Belege, doch lassen sich viele Indizien aneinander reihen. So sorgten niemals aufgeklärte Radarstörungen für chaotische Verhältnisse im rumänischen Luftraum. Die Folge waren vorschnelle Feueröffnungen, startende Abfangjäger trotz Flugverbot und immer wieder wie von Geisterhand auftauchende und verschwindende Hubschrauber mit Kommandotrupps. Unklar bleibt auch, welche Rolle die rumänischen Luftstreitkräfte in diesem Polit- und Militärkrimi spielten.


In Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Konferenz von Jalta fiel Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg in den Einflussbereich der Sowjetunion und trat dem Warschauer Pakt bei. Der rumänischen Führung gelang es im Juni 1958 die Sowjetunion jedoch zu überzeugen, ihre Truppen aus Rumänien abzuziehen. Danach entwickelte sich in dem Balkanstaat ein stark national geprägter Kommunismus, der dem System im benachbarten Jugoslawien recht ähnlich war. Rumänien distanzierte sich dadurch stärker von der sowjetischen Hegemonie als andere Satellitenstaaten. 1964 endete die Zusammenarbeit der Geheimdienste und mit Ausrufung der Sozialistischen Republik Rumänien und dem Amtsantritt von Nicolae Ceauçescu als Generalsekretär der Kommunistischen Partei am 21. August 1965 trübten sich die Beziehungen zur Sowjetunion weiter ein. Nicht nur das: In der Folgezeit traf die rumänische Führung Entscheidungen, die im direkten Widerspruch zur geostrategischen Ausrichtung des Kreml standen. Dazu gehörten die Beibehaltung der diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China, Albanien und Israel. Als im August 1968 die UdSSR und die anderen Mitglieder des Warschauer Pakts dem »Prager Frühling« ein gewaltsames Ende bereiteten, brandmarkte Ceauçescu, der sich nach dem Vorbild des Diktators Ion Antonescu »Conducãtor« (Führer) nennen ließ, öffentlich den Einmarsch als eine brutale Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines unabhängigen Landes. Rumänien war auch der einzige Staat des östlichen Bündnisses, der nicht an dieser Operation beteiligte und sich in der Konsequenz auf eine rein passive Mitgliedschaft beschränkte. Seit August 1968 nahmen rumänische Truppen folglich an keiner Übung des Warschauer Pakts mehr teil.Auch auf wirtschaftlichem Gebiet entwickelte Ceauçescu ausgeprägte Neigungen zu einem Sonderweg und strebte mehr Unabhängigkeit an. Dies betraf auch die militärische Ausrüstung. Auf der Suche nach Alternativen für die sowjetischen Lieferungen aus den 1950er-Jahren wurde die rumänischen Führung bei einigen westlichen und blockfreien Staaten fündig. Dabei vermochte Ceauçescu stets ein positives Bild von seiner Führungsrolle und seinem sowjetkritischen Kurs zu zeichnen, das im Westen begierig aufgegriffen wurde. Am Ende dieser Charmeoffensive standen einige hochkarätige Wirtschaftsabkommen, die bei den Sowjets für erheblichen Unmut sorgten:
Frankreich: Lizenznachbau von Hubschraubern der Typen Alouette III und Puma sowie PKW des Herstellers Renault.
Großbritannien: Lizenznachbau von Flugzeugen BAC 1-11 und BN-2 sowie Triebwerken Rolls-Royce Viper.
Kanada: Errichtung des ersten nichtsowjetischen Nuklearreaktors in Osteuropa.
USA: Erwerb von Boeing 707 (besonders gute Beziehung bestanden zur Nixon-Regierung).



In der Innenpolitik schlug sich diese Öffnung allerdings nicht nieder. Vielmehr nahm die Macht Ceauçescus, die sich sich vor allem auf die Abteilung für Staatssicherheit, umgangssprachlich als Securitate berüchtigt und gefürchtet, stützte, immer mehr diktatorische Züge an. In den 1980er-Jahren radikalisierte sich das rumänische Regime zunehmend und geriet auch außenpolitisch immer mehr in die Isolierung. Ceauçescus Umfeld errichtete einen Personenkult um ihn und seine Frau Elena, der in seinen Ausmaßen und seiner Realitätsferne nur mit den Verhältnissen in Nordkorea verglichen werden konnte. Die aufkeimende »Perestroika« Gorbatschows wurde von der Bukarester Führung als erneuter Versuch des Kreml bewertet, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen und führte zu weiterer Abschottung. Heute weiß man, dass der neue Machthaber in Moskau in der Tat bemüht war, die alten kommunistischen Hardliner in den Staaten des Warschauer Paktes durch Reformer zu ersetzen. 1989 war Rumänien das letzte Land im östlichen Bündnis, das allen Reformbemühungen widerstanden hatte. Statt politischer Veränderungen verschlechterte sich die Versorgungslage. Die Nahrungs- und Energieknappheit erinnerte eher an ein Dritte-Welt-Land, nicht aber an einen europäischen Industriestaat. Die Reformer in der sowjetischen Führung hatten an einem wirtschaftlich instabilen und potentiell feindseligen Regime an ihren Grenzen natürlich kein Interesse. Möglichkeiten einer direkten Einflussnahme bestanden zunächst nicht, da es in Rumänien keine Opposition oder Reformbewegungen innerhalb der Kommunistischen Partei (PCR) gab, an die man sich hätte halten können. Es blieb nur eine Möglichkeit: Mündete die wachsende Unzufriedenheit der rumänischen Bevölkerung in offenen Aufruhr, ließe sich vielleicht der Kollaps des Regimes auch mit verdeckter Hilfe von außen bewirken. Selbst ein Einrücken sowjetischer Truppen zum Schutze der rumänischen Bevölkerung gegen eine rückständige Diktatur wäre unter Umständen zu begründen. Rumänien war weltweit das fünfte Land, das sich eine Luftwaffe zulegte. Das Fliegerkorps wurde am 30. April 1913 mit 80 Flugzeugführern und 25 Beobachtern als eigene Teilstreitkraft aufgestellt und direkt dem Kriegsministerium unterstellt. Kurz danach nahm es bereits am Zweiten Balkankrieg teil. Das Fliegerkorps unternahm Beobachtungsmissionen und auch erste Bombenangriffe, wobei die Bomben durch Ziegelsteinen ersetzt wurden, als der Nachschub ausging. Mit dem Eintritt des Landes in den Ersten Weltkrieg am 27. August 1916 kämpfte das Fliegerkorps gegen österreichisch-ungarische, deutsche und bulgarische Truppen. Selbst nachdem ein Großteil Rumäniens vom Gegner besetzt worden war, blieb das Fliegerkorps vor allem dank intensiver französischer Unterstützung bis zum Friedensschluss am 7. Mai 1918 aktiv. In den 1920er- und 1930er-Jahren erlebte die rumänische Militärluftfahrt eine wahre Blütezeit. Sieben Firmen fertigten in 18 Jahren gut 2000 militärische und zivile Flugzeuge einheimischer Konstruktion. 1940 trafen deutsche Ausbilder im Land ein und bauten die Aeronautica Regala Romana (ARR) aus und um. Dies ermöglichte die durchaus erfolgreiche Teilnahme der rumänischen Luftwaffe am Feldzug gegen die Sowjetunion. Anfang 1944 musste sich die AAR jedoch mehr und mehr auf die Abwehr alliierter Luftangriffe gegen die strategisch wichtigen Ölfelder von Ploieşti konzentrieren und erlitt erhebliche Verluste. Als am 20. August 1944 sowjetische Bodentruppen die rumänisch-deutsche Front zwischen Jassy und Kischinjow durchbrachen...



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