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MiG-21 im Einsatz. Teil 2: Naher Osten und Arabien

(Holger Müller) Im Nahen Osten erlebte die MiG-21 das intensivste Kampfgeschehen ihrer Einsatzgeschichte. In zwei Kriegen und zahlreichen Konflikten bildeten MiG-21 die Speerspitze der arabischen Luftstreitkräfte in ihrem Kampf gegen Israel. Als Verbündete und Stellvertreter der Sowjetunion in der umkämpften Region erhielten die Staaten Arabiens stets neueste Kampftechnik und auch die aktuellen Versionen der MiG-21. Später verstärkten chinesische F-7 die Luftflotten rund um Mittelmeer und Persischen Golf. Im Iran begann nach der Islamischen Revolution mit der MiG-21 / F-7 die Orientierung hin zu nichtamerikanischen Mustern. Auch wenn MiG-21 und F-7 heute zumeist aus der ersten Reihe verschwunden sind, steht ihnen voraussichtlich noch ein längerer Einsatz vor allem zu Trainingszwecken bevor.


Nach der Machtübernahme Gamal Abdel Nassers im Jahre 1952 und der Unabhängigkeit von Großbritannien verfolgte Ägypten einen Kurs der Annäherung an die Sowjetunion und ihre Verbündeten, der bis Anfang der 1970er-Jahre nicht nur die Außenpolitik des Landes bestimmte, sondern auch massive Lieferungen von Technik aus sozialistischen Staaten zur Folge hatte. Darunter befanden sich ab Anfang der 1960er-Jahre auch MiG-21 aus sowjetischer Fertigung. In den Arsenalen der Al Quwwat al Jawwiya al Gomhouriya al Arabiye (Luftstreitkräfte der Vereinigten Arabischen Republik, so der Staatsname zwischen 1958 und 1972) befanden sich am Vorabend des Sechs-Tage-Kriegs 1967 163 MiG-21F-13 und MiG-21PF/FL. Andere Quellen sprechen von lediglich 50 Maschinen. Ein großer Teil dieser Maschinen – 125 ägyptische und syrische MiG-21 – wurden durch israelische Überraschungsangriffe am Boden zerstört. Auch in der Luft zeigten sich die Israelis massiv überlegen: 17 abgeschossenen MiG-21 standen nur vier arabische Luftsiege gegenüber. Weitere Verluste wurden durch die eigene Luftabwehr verursacht. Das Kriegsende bedeutete jedoch keinen Frieden. Die Auseinandersetzungen gingen mit wechselnder Intensität bis zu einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand im August 1970 weiter. Am 11. September 1969 kam es zu einer regelrechten Luftschlacht, in deren Verlauf sieben MiG-21 bei nur einem Luftsieg gegen eine Mirage III verloren gingen. Nach amerikanischen Angaben sollen die Verluste der Ägypter in dieser Periode insgesamt 109 Maschinen verschiedener Typen bei nur zwei eigenen Luftsiegen betragen haben. Ab 1970 flogen auch sowjetische Piloten in MiG-21 mit ägyptischen Kennungen Einsätze in der Suez-Kanal-Region. Nach anfänglicher Zurückhaltung auf beiden Seiten kam es Ende Juli 1970 zu einem Massenluftkampf zwischen sowjetischen und israelischen Piloten, bei dem die Israelis vier MiG-21 abschossen, ohne eigene Verluste zu erleiden. Danach gingen sich beide Seiten wieder weitestgehend aus dem Weg und die sowjetischen MiG-21 beschränkten sich auf die Deckung von Start und Landung der Aufklärer MiG-25, die sich seit März 1971 über der Sinai-Halbinsel im Einsatz befanden.


Nach dem Sechs-Tage-Krieg ersetzten MiG-21PFM, später MiG- 21M und MF die ägyptischen Verluste. Gleichzeitig wurden 26 MiG-21F-13 aus der Produktion von Aero Vodochody in der CSSR geliefert, so dass die Stärke der MiG-21-Flotte auf über 200 Maschinen anwuchs. Durch Umbau der in dieser Zeit gelieferten MiG-21R entstand eine als MiG-21RF bezeichnete Aufklärerversion. Im Unterschied zur MiG-21R befanden sich hier die Kameras nicht in einem externen Behälter, sondern im Rumpf unter der Kabine. Bei den Kameras selbst handelte es sich um Geräte des britischen Herstellers Vinten, die zuvor bereits in einige Su-7 eingebaut worden waren. Die so modifizierten Maschinen waren in der Lage, Einsätze ohne fliegerische Einschränkungen durch die Aufklärungsbehälter durchzuführen und sich gegnerischen Abfangjägern durch Flucht zu entziehen. Die vom damaligen ägyptischen Präsidenten Sadat im Juli 1972 verfügte Ausweisung der sowjetischen Berater stoppte den weiteren Zulauf sowjetischer Technik. Dennoch traten die jetzt als Al Quwwat al Jawwiya il-Misriya bezeichneten Luftstreitkräfte – nicht zuletzt auf Grund verbesserter Taktik und Infrastruktur – wesentlich besser gerüstet in den Yom-Kippur-Krieg von 1973 ein. Sieger im Luftkampf blieben allerdings weiterhin zumeist die Israelis, deren erhebliche Verluste vor allem durch arabische Boden-Luft-Raketen verursacht wurden. Wie sehr die Sicht auf diesen Konflikt auch heute noch von der Propaganda bestimmt wird, zeigt die Tatsache, dass die Israelis behaupten, 277 Luftsiege bei nur fünf eigenen Verlusten errungen zu haben, während die Amerikaner von 21 im Luftkampf abgeschossenen israelischen Maschinen ausgehen und russische Quellen gar von 76 vernichteten Mirage III, Nesher und F-4 Phantom II bei 54 verloren gegangenen MiG-21 sprechen. Als nach anfänglichen Erfolgen der arabischen Seite die Israelis erneut die Oberhand gewannen und die Verluste vor allem der Ägypter wuchsen, nahm die Sowjetunion ihre Waffenlieferungen wieder auf. Diese dauerten bis zum Sommer 1974 an und dürften weitere MiG-21 umfasst haben. Die MiG-21bis hat Ägypten allerdings nicht mehr erhalten. Aber auch nach dem Ende der sowjetischen Lieferungen erhielt Ägypten noch MiG-21, und zwar in Form rund 80 chinesischer F-7B, die mit saudischen Geldern gekauft wurden. Die Hälfte davon lieferte Ägypten an den Irak weiter. Die ägyptischen Maschinen wurden für den Einsatz von amerikanischen Sidewinder-Raketen umgerüstet und erhielten zusätzlich britische und italienische Avionik-Komponenten. Die beginnende ägyptische Annäherung an Israel führte 1977 zu massiven Protesten in der arabischen Welt, vor allem aber in Libyen, wo die Aktionen von der Regierung instrumentalisiert wurden. In der Folge kam es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Libyen und Ägypten, bei denen im Juni 1977 ägyptische Su-20, eskortiert von MiG-21, militärische Ziele in Libyen angriffen. Mindestens eine ägyptische MiG-21 wurde dabei von libyschen Mirage 5 abgeschossen. Bei libyschen Gegenschlägen gingen bis zu einem Dutzend der angreifenden Flugzeuge verloren, wovon mehre auf das Konto ägyptischer MiG-21 gingen. Obwohl bereits im Juli 1977 ein Waffen...

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