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MiG-21 im Einsatz in Süd- und Südostasien
(Holger Müller) Kein anderes Flugzeug hat die militärische Luftfahrt zu Zeiten des Kalten Kriegs stärker geprägt als die MiG-21. Die Stückzahl und ihre Verbreitung in mehr als 50 Luftwaffen kennzeichnen die herausragende Bedeutung dieses Flugzeugs. Noch immer sind viele Luftwaffen in Asien mit diesem Muster und ihrem chinesischen Ableger J-7/F-7 ausgerüstet.
Afghanistan bezog seine Militärtechnik seit der Erneuerung des sowjetisch-afghanischen Nichtangriffsvertrages im Jahre 1955 im wesentlichen aus der Sowjetunion und erhielt die ersten MiG-21 im Jahre 1974. Zum Zeitpunkt der Machtübernahme prosowjetischer Kräfte unter Führung von Babrak Karmal im Jahre 1978 befanden sich knapp 30 MiG-21 der Versionen PFM (ASCC-Code FISHBED F) und U (MONGOL A) im Bestand der afghanischen Luftstreitkräfte (Afghan Hanai Qurah). Nach der sowjetischen Invasion 1979 wurden die Waffenlieferungen verstärkt. Die Afghanen erhielten MiG-21bis (FISHBED L/N) und Doppelsitzer UM (MONGOL B). Auch auf sowjetischer Seite wurde die MiG-21 intensiv eingesetzt. MiG-21bis agierten in der Jagdrolle (z. B. zur Deckung von Transport- und Aufklärungsflügen) und als Jagdbomber. MiG-21R (FISHBED H) flogen taktische Aufklärungsmissionen. Die MiG-21-Flotte erreichte dabei eine Stärke von bis zu 80 Maschinen. Stationierungsorte waren Bagram, Djalalabad, Herat, Kandahar und Mazar-e-Scharif. Während die Mudschaheddin zu dieser Zeit noch über keine Fliegerkräfte verfügten und deshalb die Gefahren für sowjetische und afghanische Kampfflugzeuge im Landesinnern nur vom Boden ausgingen, kam es ab Anfang der 1980er-Jahre immer häufiger zu Luftgefechten mit pakistanischen Maschinen. Dabei zeigten sich die Pakistanis den sowjetischen Piloten mindestens ebenbürtig, den afghanischen deutlich überlegen. Zwei afghanische MiG-21 sollen im Frühjahr 1986 von pakistanischen Mirage abgeschossen worden sein. Weitere Verluste gab es durch die Fahnenflucht afghanischer Piloten mit ihren Maschinen. Wahrscheinlich vier MiG-21 sind so nach Pakistan gelangt, eine davon steht heute im pakistanischen Luftwaffenmuseum. Der Abzug der sowjetischen Truppen 1989 war der Anfang vom Ende der prosowjetischen Regierung von Präsident Nadschibullah. Im April 1992 wurde das Regime von den Mudschaheddin unter ihren Führern Massoud und Dostum gestürzt und der Islamische Staat Afghanistan ausgerufen. Die neue Regierung von Präsident Rabbani sicherte sich den größten Teil des Inventars der afghanischen Luftstreitkräfte, darunter auch rund 80 MiG-21bis und MiG-21UM. Wegen fehlender Ersatzteile war ein großer Teil dieser Maschinen allerdings nicht einsatzfähig. Bereits kurze Zeit nach der Staatsgründung entflammte ein neuer Bürgerkrieg zwischen der Zentralmacht und lokalen Machthabern, die jeweils anderen Volksgruppen angehörten. Prominenteste Gegner der Regierung waren der Paschtunenführer Hekmatjar und der Usbeken-General Dostum, der die Seiten gewechselt hatte und dies noch öfters tun sollte. Letzterer verfügte über eine größere Zahl von MiG-21, die damit auf beiden Seiten eingesetzt wurden.
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